S-MAGAZIN Das exzellente "S Magazin" des Steirereck

Das „S-Magazin“ wird von Alba Communication (Wien) in enger inhaltlicher Abstimmung mit Birgit und Heinz Reitbauer vom Steirereck produziert. Für viele gilt es als eines der besten Gourmet-Magazine im deutschsprachigen Raum.
Die Ausgabe 8 ist soeben im gut sortierten Fachhandel und bei Morawa erschienen, bzw. liegt im Steirereck auf.

Das Vorwort von Heinz Reitbauer ist ein flammender Apell für eine vielfaltsorientierte Landwirtschaft und eine dringend gebotene Bewusstseinsbildung, die zu einem wertschätzenderen Umgang mit unseren Lebensmitteln führen sollte.

„Kaum je zuvor schenkte man den Themen Essen und Ernährung so viel Aufmerksamkeit wie in der heutigen Zeit. Ob in Fachzeitschriften, Hochglanz- und Lifestyle-Magazinen, Büchern, Blogs oderPodiums-Diskussionen und nicht zuletzt im Fernsehen – es gibt quasi kaum ein Entkommen. Aber schaffen es all diese Instrumente auch, die Freude und das Interesse am Kochen und Essen wirklich zu fördern?

Wir sind überzeugt, dass jede Gesellschaft über die Art ihrer Ernährung und die Wahl ihrer Lebensmittel ihr Landschaftsbild prägt. Eine vielfaltsorientierte Landwirtschaft und eine ebenso vielfaltsorientierte Küche können Motor einer kulturellen, zentralen Revolution sein, die uns hilft, wieder einen wertschätzenden Umgang mit unseren Lebensmitteln zu bekommen. Um eine biologische Vielfalt zu bewahren, bedarf es zahlreicher gemeinschaftlicher Initiativen und Strategien, die von der Aufzucht bis zum Verkauf reichen. An oberster Stelle steht dabei die Bewusstseinsbildung. Denn wenn wir nicht überzeugt von unserem Tun sind und davon, welche Auswirkungen unser Handeln hat, ist eine langfristige Veränderung fast unmöglich.

Die Gastronomie kann bei dieser Veränderung eine zentrale Rolle übernehmen. Vieles, was auf der kleinen gastronomischen Bühne seine Premiere hatte, ist heute einem deutlich größeren Publikum zugänglich. Darin sehen wir auch Aufgabe und Sinn unseres Werkens. Denn eine eingeschränkte Biodiversität ist nicht nur hinsichtlich Geschmack, Gesundheit und Landschaftsbild ein Verlust für uns alle, sie führt auch zu einer kulturellen Verarmung von Regionen, wenn regionale Sorten und Spezialitäten verloren gehen.

Regionale Sorten wie etwa all die verschiedenen Zwiebeln, denen wir in der Covergeschichte unsere Aufmerksamkeit schenken. Oder Spezialitäten wie die Wiener Schnecken, die bereits verloren gegangen waren, ehe sie von Andreas Gugumuck wieder zum Leben erweckt wurden. Und der Blick hinter die Kulissen der Essigbrauerei von Erwin Gegenbauer entführt uns in eine Welt voller Geheimnisse, Ideen visionärer Versuche. Eine Vision hatte auch Gerhard Zadrobilek. Der frühere Radprofi wollte, nachdem er auf Landwirt umgesattelt und schottische Hochlandrinder gezüchtet hatte, eines Tages die berühmten japanischen Wagyu-Rinder im Wienerwald ansiedeln. Und hat es geschafft.

Wir haben eingangs die Frage gestellt, ob es all die Instrumente wirklich schaffen, Freude und Interesse am Kochen und Essen zu fördern. Eine Frage, die nur Sie beantworten können.“